Journale Lyrik Die ganze Küche ist heute gut drauf.

Die ganze Küche ist heute gut drauf.

Nachdenken über das Nachdichten aus fremden Sprachen.
Zu Bela Chekurishivili, Das Kettenkarussell, mit Reisenotizen aus Georgien.

Der 750 Meter hohe Mtazminda ist der Hausberg der georgischen Hauptstadt Tbilisi (Tiflis). Mit einer Zahnradbahn gelangt man hinauf und kann von der Höhe die ganze Stadt überblicken, die sich an beiden Ufern des Flusses Mtkwari von West nach Ost zieht. Unten brandet der Verkehr, entlang des Rustaweli-Prospekts, benannt nach Schota Rustaweli, dem Dichter, der im 12. Jahrhundert das georgische Nationalepos verfasste, „Der Recke im Pantherfell“. - „Ich bin in diesem Viertel groß geworden“, sagt Bela Chekurishvili, „meine Familie lebte in diesem Stadtbezirk, wo sich der Mtazminda befindet, deshalb ging ich hier oben von Kindheit an mit meinen Geschwistern, und als ich dann bei meiner Großmutter lebte, war es für uns etwas Besonderes, wenn wir sagten: wir wollen jetzt zum Mtazminda gehen.“ Auf halber Höhe des Berges steht eine Kapelle, die Dawit gewidmet ist, einem der 13 syrischen Heiligen, die im sechsten Jahrhundert das Mönchtum nach Georgien brachten. Dawits Kapelle soll über Jahrhunderte als einziges Bauwerk der Stadt alle feindlichen Eroberungen überstanden haben. Zur literarischen Pilgerstätte wurde der Ort 1915, als hier der Dichter Akaki Zereteli beigesetzt wurde. Seit 1929 dient der kleine Friedhof als Pantheon für kulturelle Persönlichkeiten, man brachte auch die Überreste längst Verstorbener hierher. Wie diejenigen des Lyrikers Nikolos Barataschwili, der wie viele Dichter diesen Berg besang. „Und als Studentin“, erzählt Bela Chekurishvili, „bin ich mit meinen Kommilitonen hergekommen, zu den Dichtergräbern, um Gedichte laut zu lesen. Vorzulesen. Und das dauert immer noch an, die jungen Leute kommen einfach hierher, um Gedichte, mal eigene, mal fremde, zu lesen. Wir haben auch eigene Gedichte gelesen, als ob die Dichter unsere Zuhörer wären. Und dann auch ihre Gedichte, die wir so gerne mögen, Gedichte von Wascha Pschawela oder Galaktion Tabidze haben wir gelesen.“

„Wer einen Dichter recht verstehen will, muß seine Heimat kennen. Auf ihre stillen Plätze ist der Grundton gebannt, der dann durch alle seine Bücher wie ein unaussprechliches Heimweh fortklingt.“ Sagt Fortunat, eine Romanfigur Joseph von Eichendorffs, in der 1834 erschienenen Novelle „Dichter und ihre Gesellen“. Gelesen von mir erstmals 1994, als ich, von heute aus gesehen, noch sehr jung war im Schreiben und auch im Lesen. Und dieser Satz muss mich damals sehr beeindruckt haben, denn etwa ab dieser Zeit machte ich es mir zur Angewohnheit, Orte aufzusuchen, an denen Dichter, die ich las, gelebt hatten, in ihrer Kindheit oder zu einem späteren Zeitpunkt. Es waren nicht nur „stille Plätze“, manche waren laut und verkehrsreich, doch waren auffallend viele abseits gelegene Orte darunter. So suchte ich den Lac im Park von Schloss Wilhelmshöhe in Kassel auf, weil dort die gelben Birnen, wilden Rosen und holden Schwäne aus der ersten Strophe von Hölderlins „Hälfte des Lebens“ ihren Ursprung haben sollen; besuchte die Orte, denen sich T.S. Eliots „Vier Quartette“ verdanken, einer davon eine Felsgruppe vor der Neuenglandküste, die nur bei Ebbe sichtbar ist; besuchte Schloss Lubowitz (Lubowice) in Oberschlesien, wo Eichendorff seine Kindheit verbrachte, Sellin (Zielin), ebenfalls im heutigen Polen gelegen, wo Gottfried Benn aufwuchs und sein Vater Pfarrer war, und die Bozener Straße in Berlin-Schöneberg, wo er die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens wohnte und als Arzt und Dichter praktizierte. Ob und wie das dazu beitrug, dass ich die Dichter und ihre Werke „recht verstehen“ lernte, ist schwer anzugeben, zumal es oft die schon lang anhaltende und intensive Lektüre war, die mich überhaupt dazu brachte, auf Entdeckungsfahrt zu gehen. Nun aber, im Nachdenken über die merkwürdige und schwer zu rechtfertigende Arbeit, die darin besteht, Gedichte aus einer mir selbst nicht verständlichen Sprache ins Deutsche zu bringen, erscheint mir der Gedanke zwingend, dass ich keinesfalls in der Lage gewesen wäre, nicht bloß einzelne Gedichte, sondern ganze Bücher aus dem Georgischen ins Deutsche zu übertragen, wenn ich nie einen Fuß in jenes wunderbare, schöne und anstrengende Land gesetzt hätte, aus dem diese Gedichte kommen. Ein Land, in dem in meiner Erinnerung immer Sommer ist, wie bei Eichendorff, und in dem man stets mitten in der Nacht ankommt, weil die Flugverbindungen es so wollen.

 

Georgisches Journal, 26.7.2016, eigentlich schon der folgende Tag:

Dann leichter Schlaf, und weiche Landung. Am Flughafen von Tbilisi langes Warten am Gepäckband. Die Koffer kommen im Tempo und Modus von Geisterbahnwaggons aus dem Verdeck. Bereits fünfmal passierte der rosa Koffer, den offenbar niemand haben will. Geldwechseln. Der Maler Gocha Gulelauri holt uns ab, grauer geworden, wuchtet die Koffer in den Jeep. Der Maler Temo nimmt seine als Sondergepäck aus Berlin mitgebrachten Bilder in Empfang. Matiko will noch irgendeine scharfe Knoblauchsuppe essen, um vier, fünf Uhr am Morgen, das Kind will nur ins Bett. Hurtig mit dem Jeep durch die Stadt, hurtig über die Unebenheiten. An der Beleuchtung des nächtlichen Tiflis wird nicht gespart. Mir fällt ein, daß der Fluß Mtkwari heißt, ich behalte es für mich, für den Fall, daß es nicht stimmt. Gocha war vor zwei Jahren sehr ungehalten darüber, daß die deutschen Maler nicht wußten, wie der Fluß in der Stadt heißt, die sie besuchen. Einem Georgier in Deutschland passiere so etwas nicht. Das Hotel Royal liegt am Hang, unter dem bonbonfarben leuchtenden Fernsehturm. Drei streunende Katzen. Einschlafen, als der Morgen dämmert.

 

27.7.

Johanna schläft noch. Im Frühstücksraum kocht man sich den Nescafé mit Wasser auf, das in großen Plastikflaschen bereitsteht. Ich beginne Bulgakow, „Meister und Margarita“. Johanna schläft noch bis halb ein Uhr Ortszeit, und ich beginne meine Aufzeichnungen. Schwimmen möchte Johanna heute noch nicht. Wir gehen dann zu Fuß, am Hang entlang, mit dem Blick über die Stadt, in Richtung der Chitadze (Straße, wo Belikos Mama wohnt). Es ist heiß in der prallen Sonne, dann kommt ein Luftzug, wir wechseln in den Schatten. Ein Kofferraum voller Wassermelonen. Unter einer Platanengruppe  ohrenbetäubendes Schnarren, das nicht von den Rasensprengern und den Stromleitungen kommt, es müssen also die Grillen sein, das große Geräusch des Sommers. Gegenüber dem mit georgischer und europäischer Flagge geschmückten Außenministerium der Innenhof mit den mageren Katzen, hinten links geht die gußeiserne Stiege hoch zu der anheimelnd kleinen Wohnung, die mich schon bei meinem ersten Aufenthalt an die Wohnung meiner Großmutter erinnert hat. Belikos Mama freut sich, mich wiederzusehen, schallend küßt sie das Kind, die Teller für uns stehen schon bereit. Dachi, der Physikstudent, an seinem Schreibtisch, am Rechner, Matiko auf dem Sofa, mit seinem Rechner, jeder an seinem Platz, alles in der einzigen Wohnstube, in der nun bald aufgetischt wird, Brot und Tomaten und Gurken und Püree, Hühnchenfrikadellen und der gute rote Hauswein und Kirschsaft für Johanna. Wir erheben die Gläser auf die Familie und die Gastfreundschaft. Ganze Schüsseln mit Brombeeren zum Nachtisch. Johanna möchte nun doch schon heute schwimmen, wir fahren mit Dachi im Taxi die Badesachen holen und dann zum Aqua-Park, am Rand der Stadt. Ein burgenartiger Neubau mit großen Rutschen, gerade oder spiralförmig, auf die sich Johanna dann doch nicht traut. Aber das Schwimmbecken, in dem man überall stehen kann, mit dem Blick auf die Berge, die die Stadt umgeben, in diesem Schwimmbecken sind wir gern. Danach Warten aufs Taxi und das gute Körpergefühl, wenn man geschwommen hat. Sommerabend, es ist nicht zu heiß. Vorbeifahrt am Stadion von Dinamo Tiflis. Die Katzen im Hof der Chitadze. Nana und ihr Mann laden uns zum Essen ein, wir fahren auf den Mtazminda, den heiligen Berg, den Hausberg von Tbilisi. Sechs Personen in einem Pkw, Serpentinen, Johanna auf meinen Knien, was ihr nicht gefällt – noch nie sei es in einem Auto so unbequem gewesen. Ich nehme sie zur Seite: Du mußt auch das Gute an dich heranlassen. Sie nimmt sofort den Zeichenblock und beginnt zu zeichnen, den Blick von der Aussichtsterrasse über die große, weite Stadt. Wir finden nur mit Mühe einen freien Tisch, obwohl wir reserviert haben. Alle wollen hier sitzen. Am Nebentisch hat ein Kind Geburtstag, bläst fünf Kerzen an der Torte aus, eine armenische Familie, die Russisch spricht. In der Stadt höre man jetzt öfters betrunkene Russen ihre Lieder singen, erzählt Matiko. Nicht einmal in der Sowjetzeit war die georgische Schrift verboten. Das Essen ist wunderbar, Johanna mag fast alles, Khatchapuri auf jeden Fall, nimmt auch vom Schaschlik und versteht sich sogar darauf, Khinkali in der vorgeschriebenen Weise zu essen, indem man den Strunk faßt, abbeißt und dann die Brühe einsaugt. Es wird dunkel über Tbilisi, und das Lichtermeer beginnt zu leuchten. Die neu erbaute Dreifaltigkeits-Kathedrale wirkt illuminiert wie ein Fantasy-Schloß, rechts darunter die grüne Kuppel des ebenfalls neuen Präsidentenpalastes. Eine schlanke gläserne Hochhausstele, von Investoren aus Dubai erbaut, wird nächste Woche eingeweiht, von ihrer Spitze blinken telekomfarbene Werbebanner abwechselnd mit der georgischen Flagge. Die anmutig moderne, geschlungene Friedensbrücke aus der Ära Saakashvili findet allgemein Wohlgefallen, während man die Stele aus Dubai ablehnt. Wassermelonen zum Nachtisch. Dann fahren Beliko, das Kind und ich mit der Zahnradbahn talwärts, unten gehen wir in der lauen Luft am Berghang, die anderen holen uns mit dem Auto auf dem Weg zum Royal Hotel ein. Johanna geht sofort schlafen, Beliko, Matiko und ich leeren auf der Hotelterrasse, unter der Weinlaube, deren grüne Beeren künstlich wirken, aber echt sind, noch eine Flasche Wein, über die Landkarte Georgiens gebeugt.

 

Halten wir fest: ohne Essen und Trinken geht es selten, niemals aber in Georgien. Die ursprünglichste und vielleicht schönste Form der Oralität, die allem Sprechen, Singen und Dichten vorausgeht, ist eine unerlässliche Voraussetzung, um die uralten Traditionen und Seltsamkeiten georgischer Kultur und Lebensart zu verstehen. In einer enorm weiten Spanne reicht die georgische Wirklichkeit von Überbleibseln heidnischer Rituale über die konservative, vom Patriarchen beherrschte Welt der Orthodoxie, vielfältigste kulturelle Einflüsse aus griechisch-römischer Antike, persischer, türkischer, russischer Herrschaft, die Erblast siebzigjähriger Sowjetzeit und die Nachwirkungen des Krieges vom August 2008 bis zu den Verheißungen einer global vernetzten Welt. Und all das bricht und spiegelt sich in der Literatur des Landes, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts maßgeblich von der lyrischen Dichtung und vom Epos bestimmt war. Heute aber sind die Georgierinnen und Georgier, und besonders die Schreibenden unter ihnen, nur noch halb in ihrer Heimat zu Hause. Sie sind in einer Art digitalen Diaspora über viele Länder der Welt verstreut, nur um sich via Facebook, WhatsApp etc. über Kochrezepte, Nachrichten und Vokabeln auszutauschen, die sie nötig haben, um Gedichte aus fremden Sprachen wieder in ihre eigene zu übertragen. Sie kommen schließlich aus einem Land, in dem der Spracherwerb geradezu auf das Verfassen von Trinksprüchen hinausläuft. Von all dem wusste ich noch nichts, hatte noch nie Khatchapuri probiert oder nur ein einziges Glas Saperavi getrunken, als ich etwa 2013 von dem Berliner Kunst-, Literatur- und Georgienliebhaber Mattias Unger gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, georgische Lyrik mit Hilfe von Interlinearversionen ins Deutsche zu übertragen. Da ich solches schon mit Gedichten aus anderen Sprachen getan hatte, gab es keinen Grund, nein zu sagen. Aber dann sah ich erstmals diese faszinierende, mit keiner mir bekannten vergleichbare Schrift, eine einzige unentzifferbare Kalligraphie. Und hörte und sah, über Skype, erstmals eine georgische Dichterin, die eines ihrer Gedichte las, und vernahm den in meinen Ohren überaus konsonantischen, an Kehl- und Reibelauten reichen und mir in jeder Weise dunklen Gesang, der weder zu der zierlichen Gestalt der Dichterin noch zu der gedankenschweren Lyrik passen wollte, mit der ich es, der Interlinearübersetzung zufolge, zu tun hatte. Lauter disparate Eindrücke! Wie damit umgehen, wie dafür einen Ton, eine vertretbare Entsprechung finden?

 

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Bela Chekurishivili, mit der ich mich so, auf Englisch, erstmals unterhielt, lebte damals noch in Tbilisi, inzwischen überwiegend in Deutschland, in Berlin und in Bonn, wo sie Komparatistik studiert. Sie hat fünf Gedichtbände sowie einen Band mit Prosaaufzeichnungen veröffentlicht, arbeitet ferner als Kulturjournalistin und betreibt einen Blog, der sich der wechselseitigen Vermittlung deutscher und georgischer Literatur widmet. Damals war sie eine von sechs georgischen Lyrikerinnen und Lyrikern, deren Gedichte in einer bibliophilen Edition der Berliner Corvinus Presse erscheinen sollten, und deren deutscher Wortlaut nunmehr mir oblag. Vier Gedichte pro Kopf, sechs fremde Stimmen kamen auf mich zu, für die ich nun eigene Tonlagen zu erfinden hatte, ohne doch ein Wort aus ihrer Sprache überhaupt verstehen zu können. Nun ist es zwar, in der internationalen Vermittlung von Lyrik, seit geraumer Zeit üblich, so zu arbeiten, eben mit Interlinearen, Zwischen-den-Zeilen-Wiedergaben von Wort- und Satzbedeutungen, mit Unterstützung von Dolmetscher∙innen; es geschieht in renommierten Workshops, im Berliner „VERSschmuggel“ ebenso wie bei der „Poesie der Nachbarn“ in Edenkoben, verdienten Reihen, an denen ich schon mehrfach teilnehmen durfte – da wird man für ein paar Tage mit Kolleginnen und Kollegen auf schönste Weise eingesperrt oder landverschickt, es macht Spaß und gefeiert wird auch, spätestens dann, wenn es etwas zum Vorlesen gibt. Hier aber fühlte es sich anders an, fühlte ich mich allein verantwortlich für die Einführung neuer Stimmen aus einer alten, aber von Mitteleuropa aus betrachtet peripheren Literatursprache, und trat dabei auch noch in die Fußstapfen von Adolf Endler, Rainer Kirsch und Elke Erb, die diese Aufgabe rund vierzig Jahre vorher immerhin zu dritt hatten angehen können. Und verglich ich diese meine Aufgabe mit meinen anderen Erfahrungen als Übersetzer, besonders mit der seit Jahrzehnten andauernden Arbeit am lyrischen Werk von T.S. Eliot, dann musste mir dämmern, dass hier eine glatte Umkehrung vorlag. War es bei Eliot der lange vertraute Umgang mit Gedichten, die ich im Original lese und die bereits von anderer Hand übersetzt vorlagen, ehe ich daran denken konnte, sie neu anzugehen, so ist in meiner Bemühung um georgische Lyrik die von mir zu erstellende Nachdichtung der einzige Weg, diese überhaupt erst kennenzulernen. Es ist ein Bauen im Dunkeln, das Licht geht erst an, wenn alles fertig ist, die Steine zum Bauen werden von anderer Hand angeliefert. Zwischenhändlern, die die Interlineare fertigen, und die in diesem Prozess die eigentlichen Übersetzer sind: während das, was mir zu tun bleibt, eine fragwürdige Kunst ist.

Es bietet sich daher an, hinsichtlich der Erschließbarkeit der Originalsprache zwischen drei Typen von Lyrikübersetzung zu unterscheiden: 1. der Übersetzung aus einer Sprache, die mir so gut vertraut ist, dass ich sie ohne Hilfe von Interlinearversionen flüssig lesen und sprechen kann (in meinem Fall nur das Englische). 2. der Übersetzung aus einer Sprache, die ich zwar nicht sprechen kann, die mir aber doch in gewisser Weise einsehbar erscheint, so dass ich mich getraue, ihr mit Wörterbüchern zu nahen. Gilt etwa für meine Übersetzungsversuche aus dem Dänischen (Inger Christensen) und dem Italienischen (Dante). 3. der Übersetzung aus einer Sprache, die mir vollkommen opak ist, so dass ich sie nur mit Hilfe von Interlinearen angehen kann (wie das Georgische). Liegt ein solcher Fall vor, dann werde ich nie wirklich ermessen können, wie nah, wie fern ich in dem Versuch, ihr einen deutschen Klangkörper zu geben, an die mir fremde Ursprungspoesie heranreiche, deren Bezirk erst dort beginnt, wo das Reich der Bedeutungen verlassen wird. Gewiss, ich erhalte Hinweise darauf, ob ein Gedicht gereimt ist, ob der Reim einem Schema folgt, ob ein traditionelles Versmaß vorliegt oder nicht. Aber diese Hinweise sind auch nur begrenzt hilfreich. Es ist weniger so, dass ich es für eine zusätzliche Schwierigkeit hielte, rhythmisch oder in Reimen zu schreiben, es ist vielmehr das Gegenteil der Fall. Wo mir keine andere Information zu einem Gedicht vorliegt als die Auflistung seiner Bedeutungen, da wird es schwierig. Da bin ich dann ganz zum Improvisieren gezwungen, um im Deutschen dasjenige zu erschaffen, was am Gedicht das Gedicht ist. Denn ein Gedicht, das nur „bedeutet“, das nicht über den Klang und die Form sein Wesen gewinnt, das gibt es in meinen Augen nicht, und wenn es so etwas doch gäbe, in einer anderen Sprache, ein Gedicht, das nur dazu diente, einen Inhalt, eine Botschaft wiederzugeben, könnte ich versucht sein, dies in meiner Übertragung zu durchkreuzen.

Die ersten Gedichte Bela Chekurishvilis, die ich zu übertragen hatte, stellten mich vor eben diese Schwierigkeit. Sie schienen mir schwer und vom Gedanken geleitet, wenn etwa von Sisyphos die Rede war, dann schien diese Schwere mit Händen greifbar, und ich selber fühlte mich wie jemand, der einen Stein zu rollen hatte. Doch gab es ein Gedicht, bei dem dies anders war. Dieses Gedicht heißt „Salome“ und es erzählt aus den Erfahrungen einer ehemaligen Ballettschülerin, die, wie es sich für das Ballett gehört, von ihrem Lehrer (ihrer Lehrerin) über die Maßen getriezt wurde. Da es sich aber um ein Tanzgedicht handelte, schien es mir eine natürliche Bewegungsart, eine innewohnende Musik zu haben, ich konnte es gar nicht anders nachdichten, als ihm mit Versmusik, mit Rhythmus und Reim zu begegnen. Dass es sich im Georgischen wohl gar nicht reimt, vermochte ich nicht recht zu glauben, diese Information musste ich wegschieben, denn ich hörte das Gedicht schon anders.

 

Salome (Auszug, Teil 1)

Matthäus 14, 6-11

 

„Salome, tanz!“
Die Lehrerin war viel zu streng

Und wenn ich müde war,
Sah sie nicht hin.
Die Mutter meinte nur,
Ich soll nicht klagen,
Ich bräuchte gar nicht erst
Nach Mitleid fragen.
Und wenn ich weinte,
Predigte sie mir:
„Wenn sich die Ritter erst
Nach dir den Kopf verrenken,
Dann wirst du noch
An meine Worte denken.“
In der Spiegelhalle ließ sie mich allein.
Draußen spielte der Sonnenstrahl
In den Palmzweigen
Und meine Beine wollten eilen
Zu den jungen Mädchen in die Laube,
Die da flüsterten und lachten,
Über die Ritter ihre Witze machten.
„Tanz, Salome,
Wenn du es lernen willst,
Musst du vom Morgengrauen
Bis zum Abend tanzen.
Pump die Musik aus deinem Herzen,
Bis dir die Arme und die Beine schmerzen.
Hör mit dem Körper hin,
Nicht mit den Ohren!
Tanz, Salome,
Lass dein Gehänge klimpern,
Sprich mit den Armen,
Nicht mit den Wimpern.
Nein! Den Kopf hoch!
Und den Blick nach vorn!
Immer nach oben schauen, hin zur Sonne!
Und wenn dein Blick
Den eines Ritters trifft,
Zeig nie ein Lächeln
Auf deinem Gesicht.“
Die Lehrerin war viel zu streng,
So gnadenlos und stur,
Und die Sorge um die Königstochter
Amüsierte sie
Im Grunde nur.
„Tanz, Salome,
Dein Körper ist dafür gemacht,
Sich ohne Worte zu erobern,
Was immer er sich wünscht.
Wenn du erst ein großes Mädchen bist,
Wird man dir das ganze Königreich
Zu Füßen legen – nur für einen Tanz.
Und vor dir werden sie sich beugen
Tausend Köpfe, nur für diesen Tanz,
Und du wirst dich nur zu einem neigen,
Und diesem gibst du dich
Dann ganz –
So habt ihr Teil an der Unsterblichkeit.
Salome, tanz,
Noch ist der Tag nicht nah, doch ist die Zwischenzeit
Allein zum Tanzen da!“

 

Dieses Gedicht zu übertragen machte mir Freude, und in ihm hörte ich erstmals einen Ton, von dem ich meinte, es sei der passende Ton, in dem die Lyrikerin Bela Chekurishvili fortan zu ihren deutschen Leserinnen und Lesern sprechen könnte. Diesen Ton konnte ich aber nur gewinnen, indem ich mir eine Eigenmächtigkeit gegenüber dem erlaubte, was ich von ihrem Gedicht wusste. Ich gab ihm Reime, wo im Georgischen gar keine sind – dabei verfügt das Georgische über eine reiche Tradition überlieferter Formen und Versmaße. Aber Bela Chekurishvili gehört zu einer Generation, die sich gegenüber dieser Tradition ein neues Maß an Freiheit nimmt. Ermutigt wurde sie dazu von Besik Kharanauli, dem Nestor der heutigen georgischen Lyrik, der noch unter der kulturpolitischen Hoheit der Sowjets damit begann, die streng geformte Hochliteratur mit Elementen der freirhythmischen Volksdichtung zu unterlaufen. Um so eine in der georgischen Dichtung völlig neue und radikale Freiheit des subjektiven Ausdrucks zu erschließen. Was näher kennenzulernen ich dann auch noch die Ehre haben sollte, als ich später Besik Kharanaulis legendäre Langgedichte übersetzen durfte. So war es vielleicht, Reim hin oder her, ein übergeordnetes Moment, in dem ich Belas Originalversion von „Salome“ dennoch treu war: Es kommt darauf an, sich die jeweils nötigen, „richtigen“ Freiheiten zu nehmen, und das kann auch die freie Entscheidung für eine gebundene Form bedeuten. Ohne die Freude am Gebrauch dieser Freiheit aber hätte ich mir nicht zugetraut, weitere Gedichte von Bela zu übersetzen, einen ersten Gedichtband, dann einen zweiten, und nun sogar noch einen dritten Band.

Aber das wäre alles nicht denkbar gewesen ohne die Erfahrung zweier Reisen nach Georgien, deren erste im Oktober 2014 stattfand. Es war dies die fünfte und letzte Künstlerreise, zu der ein sehr kleiner und rühriger Verein, die Georgisch-Deutsche Gesellschaft mit Sitz in Berlin und Tiflis, einlud. Unter rund dreißig bildenden Künstler∙innen war ich als einziger Dichter mit unterwegs, 14 Tage in einem Land, das mir schon am ersten Tag als das schönste erschien, das ich jemals gesehen hatte. Immer wieder stiegen wir in Tiflis in den Bus und wurden in andere Regionen des Landes gekarrt, ging es zwischen dem 5000 Meter hohen Kazbegi im Großen Kaukasus, dem Weinland Kachetien, uralten Klöstern an den Grenzen zu Aserbeidschan und Armenien und der fruchtbaren Ebene von Kolchis im Westen hin und her, und das, während überall Kürbisse, Khakis und Wassermelonen sich an den Straßenrändern türmten und der Wein an weiß gedeckten Tafeln unter freiem Himmel aus Trinkhörnern bemeistert werden musste, bei jedem Trinkspruch ein Horn auf ex, zumindest, wenn man nahe am Tamada saß, dem Zeremonienmeister, denn Wein ist das älteste Mittel der Diplomatie. Und dann, zwei Jahre später, eine dreiwöchige Reise zu viert, unter Freunden, von Freunden geleitet, und mit dem Jeep bis in die entlegensten Gebirgslandschaften Tuschetiens, in die kein Bus fährt.

 

31.7.

Morgens um viertel nach sieben verlassen wir das Hotel. Taxi in die Chitadze, dort Frühstück, um Punkt acht Uhr steht der Generalissimus Gocha mit dem Jeep auf dem Hof. Einladen und losfahren und mir ist schon bald schlecht, obwohl die Serpentinen noch längst nicht erreicht sind. Wir halten alle paar Meter an, um noch Vorräte zu kaufen. Brot vor allem, Wasser, Käse, Hühnchen, und was Beliko so einfällt. Durch ein waldiges Gebirge, das mich unweigerlich an den Hunsrück erinnert, fahren wir nach Kachetien ein. Entlang der Straßen die freilaufenden Tiere, Hunde, Schweine, Rinder und Pferde, Schafe und eine Ziegenherde, und zwei überfahrene Hunde an diesem Morgen. Wieder halten wir alle paar Meter, um noch Vorräte zu kaufen. Noch mehr Brot, eine Wassermelone, die Gocha vorher abklopft, und ein paar Becher Büffeljoghurt, den der Maestro gar nicht genug loben kann. Doch da mir schon der Gedanke an Essen Übelkeit bereitet, die Schlaglöcher die Gedärme traktieren und den Mageninhalt in mir hüpfen lassen, ist das für mich kein gutes Thema. Wir passieren die berühmte Alaverde-Kathedrale, die in zahlreichen Filmen vorkommt, wie der Maestro und Effendi sagt. Wir erreichen Alvani, eines der Tuschendörfer auf der Hochebene, in denen die Tuschen im Winter wohnen, und manche auch inzwischen ganz, wie Tamar, Gochas Mutter. Wir nehmen auf ihrer Veranda Platz. Gocha hat dort eigenhändig ein Haus für Künstler erbaut, in dem gemalt, geschlafen, getagt und getrunken werden kann. Er hat alle Steine einzeln gefunden, alle Steine einzeln gefügt, er hat vor fünf Jahren damit begonnen und noch ist das Haus nicht fertig. Ich bekomme Kaffee angeboten, den ich ablehnen muß. Wir fahren wieder ein paar Meter weiter und halten bei Tante Guliko an, einst oder immer noch eine der schönsten Tuschinnen, wie der Maestro befindet. In ihrem Garten stehen die schönsten Blumen. In ihrem Garten hat sich der Fotograf Korall den Halswirbel gebrochen. Wir fahren weiter, nachdem wir fünf Plastikkanister mit Gochas Wein eingeladen haben, und einen Plastikkanister Schnaps. Wir fahren nun in das Gebirge ein und die stundenlange Auffahrt durch das Tal des Stori beginnt. Es ist die beeindruckendste Auffahrt in ein Gebirge, die ich für mein Leben bezeugen kann. Gleich zu Beginn kommt uns eine Schafherde entgegen, sie umfließt unseren Jeep als vielgliedriger, weicher weißer Körper. Wir fahren über eine Schotterpiste und durch endlos viele Serpentinen, immer nah am immer steileren Abgrund, neben uns der rauschende, reißende Fluß, zu dem sich zahlreiche Bäche hinabstürzen, es ist der einzige Weg, der nach Tuschetien führt. Immer wieder stehen Kreuze, für die Verunglückten, die hier zu Tode stürzten. Aber Gocha fährt vollkommen sicher, ich denke den Gedanken, daß ich ihm jetzt mein Leben und das meines Kindes anvertraue, und spreche ihn später auch aus, als wir oben sind und den Schnaps trinken. Hier, wirft der Effendi ein, an dieser Stelle hat Korall gepinkelt, daran erinnere ich mich genau. Meine Übelkeit hat langsam abgenommen, die Begeisterung über die Fahrt und die Bergschlucht, die wir sehen, dämmt das Übel spürbar ein. Immer höher, immer weiter. Die Straße quert viele Bäche und unterquert sie auch, dann erhält der Jeep (Marke Eifel-Scout) jedesmal eine reinigende Dusche. Verwunderung über das Schiefergestein, das unseren Weg säumt, an dem sich die Bäche hinunterstürzen, Schiefer wie in meiner ureigenen Kindheitswaldschlucht, so daß der Gedanke an den Hunsrück auch im Großen Kaukasus überhaupt nicht von der Hand zu weisen ist. Aber hatte ich nicht mal gelesen, Schiefer sei ein so weiches Gestein, daß alle Schieferberge dieser Erde kaum über 400m ansteigen? Wunder über Wunder. Zu ihnen gehört die tuschische Höflichkeit, die sich in rücksichtsvollem Autofahren ausdrückt, der Abwärtsfahrende wartet jeweils in der Kurve, um den Aufwärtsfahrenden vorbeizulassen. Allerdings erst, nachdem man freudige Begrüßungen und Neuigkeiten ausgetauscht hat oder uns eine große Plastikflasche Festtagsbier von Fahrertür zu Fahrertür gereicht wurde; das war Sergo, Gochas Vetter. Daß Gocha alle Tuschen kennt und alle Tuschen ihn, darf wenig verwundern, daß aber jeder zweite Tusche auch den Maestro aus dem fernen Abendland erkennt, freudig begrüßt und seinen ebenso freudigen Gruß entgegennimmt, kannte ich bislang nur von Kara Ben Nemsi Effendi. Wir haben inzwischen die Baumgrenze passiert, sind Teil einer Wolke und spüren, wie es immer kälter wird. Dem tapferen Kind fällt endlich ein, daß es ja eigentlich Höhenangst hat, und eine Weile ist ihr auch schwindlig. Bei Regen und Nebel passieren wir die Paßhöhe, die sonst den rituellen Schnaps erfordert, aber wir fahren noch weiter talabwärts, bis wir halten. Also: Schnaps für vier Erwachsene, dazu Brot, Käse, Hühnchen draußen im Regen, und das Kind ißt Khatchapuri im Auto. Übrigens sind wir jetzt wieder in Europa, weil der Höhenkamm des Großen Kaukasus die Kontinentalgrenze darstellt, es wäre übrigens abwegig, von Tuschistan zu sprechen, wie Matiko vorschlug, weil das Suffix -stan ins Mittelasiatische weist, wie Gocha nun zweifelsfrei erklären kann, also sind wir hier eher in der Tuschischen Schweiz. Erste Dörfer zeigen sich, am Hang in den Almwiesen oder auf dem Plateau. Wir erreichen den Hauptort Omalo, einige Handvoll Häuser, eigenhändig gemauert aus Schiefersteinen, mit anmutig geschnitzen Holzveranden, unter einer alten Wehrburg, und steigen in einem kleinen Hotel ab, das Sergo gehört, einfach und gut. Hinter dem Haus eine steile Pferdewiese, ein paar junge Rinder weiden, und nur ein paar Schritte geht man und hat den Blick auf das großartige Panorama der umliegenden Berge, die bis oben hinauf grün sind, auch dort, wo keine Bäume mehr stehen. Einige tragen ewigen Schnee. Der Strom kommt hier über eine Solaranlage, die zu Sowjetzeiten durch die Stori-Schlucht errichtete Stromleitung besteht nicht mehr, nur die Masten, die wir stehen sahen. Abends um 10 ist dann der Strom aufgebraucht, wir haben kleine Notlampen fürs Zimmer. WLAN gibt es hier oben nicht. Mein Bauchweh ist zurück, das ich mit Tee (Bergkräutersud) und später mit Chacha (Schnaps) behandle. Gocha macht den Tamada und bringt einen Trinkspruch nach dem anderen aus. Das Kind ist früh zu Bett gegangen und kann nach den Strapazen der letzten Tage endlich richtig ausschlafen.

 

Wir blieben fünf Tage in Tuschetien, um schon am Tag nach unserer Rückkehr nach Tbilisi nochmals in eine fast ebenso entlegene Bergwelt aufzubrechen, ins Pschawi. Wir wohnten dort dem rituellen Schlachten eines Widders bei und aßen sein Fleisch, in einer herrlichen Sauce aus Estragon und Mirabellen, wir sahen, wie die alten paganen Heiligtümer und Bräuche noch bestehen und neben dem christlichen Kult all die Jahrhunderte überdauert haben. Der Großvater der Familie, bei der wir zu Gast waren, beauftragte mich, darüber ein Gedicht zu schreiben, was auch geschah. Ohne diese Erfahrung hätte ich das Gedicht „Performance“ aus Belas zweitem Band „Barfuß“ wohl irgendwie übersetzen können, aber nicht mit einem Gefühl für die Anschauung der Sache und der Dringlichkeit, die aus ihr spricht.

 

Performance

Wenn meine Vorfahren
in Not und Sorge waren,

in ihrem Leben und ihren Gedanken,
baten sie um den Beistand der alten Götter
und versprachen ihnen warmes Tierblut,
aus Dankbarkeit und aus Verehrung,
da sie glaubten,
einzig die Seelen der Geopferten
könnten als Boten zu den Göttern gelangen,
und als Vermittler diente das Blut,
das sich ergoss aus geschnittenen Hälsen,
rotes Blut,
das vielversprechende,
färbte die Erde vor dem Heiligtum,
und sein Geruch verschaffte einen Rausch,
den Bittenden wie den Göttern.

„Hilf mir bloß,
ich bringe dir ein Schaf,

ich werde es lebendig opfern,
ich komm zu Fuß zu deinem Fest,
wenn du bloß hilfst“ –
So repetierte ich den ganzen Sommer über
und ich glaubte, dass meine Stimme zu ihm in die Ferne
     trüge,

sogar auf fremder Erde würde er mit seinem Feuerblitz
meine Not zunichte machen,
und die Wellen aller Angst, in denen ich beinah ertrank,
zögen sich von mir zurück.

„Ich bringe dir ein Schaf,
ich werde es lebendig opfern,

ich komm zu Fuß zu deinem Fest,
weil du mich nicht im Stich gelassen hast
und mich als dein Kind betrachtest, dein kleines goldenes
     Bällchen“ –

so repetierte ich es auf dem Heimweg.
Und freudig kündete ich Freunden und Bekannten,
wie mir in dem fernen, fremden Land
der Gott der Vorfahren geholfen hatte, und wie er mich
     beschützt.

„Wie – was soll das, wir schlachten jetzt ein Schaf?“
empörten sich die männlichen Verwandten,

„tut dir das arme Tier denn gar nicht leid?
Wir kaufen es und lassen es dann auf der Wiese laufen“;
„Verschenk es doch, so mancher kann es brauchen“;
„Zünd meinetwegen eine Kerze an, das reicht,
die alten Zeiten sind doch längst passé“;
„Ohne mich, da bin ich draußen, aber tu halt, was du willst!“ –
So hörte ich von innen und von außen, als ich meinte,
dass die Götter zürnen, wenn man das Opfer vorenthält,
     das man versprach.

„Dann opfer eben mich“, trieb mein deutscher Freund nun
     seine Scherze,
„wir ziehen die Performance statt mit Blut mit roter
     Malerfarbe durch.

Auch dieses Opferritual ist nicht von schlechten Eltern,
entstammt der Vorstellung und Phantasie des Menschen.“

So habe ich Georgien verlassen,
ging nicht zum Heiligtum, ich trug kein Schaf dorthin und
     keine Kerze,

und die Performance ziehe ich mit dem Gedicht hier durch,
das ist ja schließlich auch ein altes Ritual,
Silbe mit Silbe zu verschwistern,
mit Wörtern zu spielen, bis sie knistern.

 

Es geht, wie so oft in diesen Gedichten, um das Leben zwischen den Kulturen. Die Kräfte der Herkunftskultur wirken nicht mehr wie gewohnt, aber je mehr sie verblassen, desto stärker werden sie beschworen: diejenige, die ins Ausland gegangen ist, kann sich schwerer von den überkommenen Bräuchen trennen als die „männlichen Verwandten“, die im Lande blieben. Es ist ein geradezu programmatisches Gedicht, mit dem der Band „Barfuß“ abschließt und das in vielem schon auf den neuen Band „Das Kettenkarussell“ hinweist, der Belas Gedichte der letzten drei Jahre versammelt. Über eine Strecke von nunmehr sieben, acht Jahren, in denen ich als Leser und Übersetzer die Veränderungen ihres Schreibens wahrnehme, erkenne ich die produktiven Schübe, die das Verlassen der Heimat (obgleich es nicht endgültig sein mag) auslöst. Sie äußern sich literarisch in einer stets wachsenden Erzählfreude. Von der symbolistischen Schwere ihrer älteren Gedichte ist nichts mehr zu spüren, vielmehr bringt die Genauigkeit der wahrnehmenden Erinnerung eine Fülle sinnlicher Details an die Oberfläche – dorthin, wo sie für andere sichtbar, hörbar, tastbar werden. Angesprochen sind aber auch Geruchs- und Geschmackssinn, ganz nach dem Muster der Proustschen Epiphanien tauchen Köstlichkeiten aus der Kindheit in den Gedichten auf, besonders solche, die mit der Person der Mutter oder der Großmutter verbunden sind und eine quasi natürliche Herdwärme mitbringen. Sie können sich auch in der Nachdichtung mit besonderer Leichtigkeit entfalten, denn das sinnliche Vergegenwärtigungsvermögen übersetzt sich gleichsam von selbst und ist nicht daran gebunden, dass wir als Leserinnen und Leser, die anders sozialisiert sind, wissen müssten, wie Churchkhela schmecken. Dabei handelt es sich um eine traditionelle georgische Süßspeise aus aufgefädelten Walnusskernen in Traubensirup, die ich persönlich ziemlich klebrig finde, im Gedicht allerdings verlockend. War schon in „Barfuß“ vom „Mannabrei“ die Rede gewesen, einem Grießbrei, der Kindern auch anderer Sowjetrepubliken in Erinnerung sein könnte („Dieser klebrige und süße Brei / War die Strafe meiner Kindheit“), so sind es in „Das Kettenkarussell“ getrocknete Sauerkirschen oder rote Chilischoten, die das Leuchtfeuer der rückholenden Imagination entfachen. Und immer wieder Walnüsse, die in allen Varianten in der georgischen Küche gebraucht werden und die ein zum Glück auch in der Fremde beschaffbares Gut darstellen, das selbst zu „Neujahr in Berlin“ erreichbar ist: „Großmutter saß an dem kleinen Tisch, sie saß auf einem Schemel / und klemmte einen festen Hocker zwischen ihre Knie / und daran schlug sie die Walnüsse auf, mit einem Stein, / damit die Kerne nicht krümelig wurden.“ Was hier in bestechender Genauigkeit gezeichnet ist, zeigt, wie gerade die konkreteste Erinnerung universal wird: der Tisch, der Schemel, der Hocker, die Nüsse, die Kerne, der Stein. Diese Dinge gibt es in allen Sprachen der Welt und sie zu benennen, ihre einfachen Namen herzusagen, ist die größte Freude, die die Arbeit an diesen Gedichten schenken kann.

Schwerer tue ich mich mit Gedichten, die politische Vorgänge in Georgien betreffen, den Verlust der Region Abchasien zum Beispiel, die Erinnerung an Angriffe auf Tiflis während des Krieges im August 2008 oder die, ganz aktuell, auf gewaltsam niedergeschlagene Demonstrationen in Weißrussland abheben. Solche Gedichte bereiten mir auch in der Nachdichtung die größte Mühe, weil sie mir abverlangen, Sachverhalte zu benennen, wie es sie in der Welt der abstrakten Nachrichten gibt, und die im Gedicht nicht eigentlich eine Verwandlung erfahren. Das zu erschaffen, was am Gedicht das Gedicht sein könnte, ist hier nur schwer möglich, weil der Verdacht sich regt, dass das Gedicht auf etwas anderes aus sein könnte als darauf, ein Gedicht zu sein. Doch scheint es mir, dass sich im Blick auf das Ganze eines Bandes dieser Eindruck wieder relativiert. Solche Gedichte (sie stehen in der zweiten von vier Abteilungen) sind eben auch eine Facette des Lebens zwischen den Kulturen, sie verdanken sich allerdings eher der Ohnmacht gegenüber Vorgängen außerhalb ihrer Reichweite, als dass sie die ganz eigene Macht der Poesie gegen sie aufböten. Das aber geschieht in den tragenden Gedichten des Bandes, mit denen besonders die erste und die dritte Abteilung aufwarten. Darin wird die untergegangene Welt der Kindheit in Szene gesetzt, samt ihrer Allmachtsphantasien, die in den Versen weiterleben: „Schuld war nur das Kettenkarussell, / wie seine Schaukeln flogen, ach, so schnell, / aus ihnen sah die Welt so völlig anders aus. / Uns schwindelte, / und jauchzend riefen wir: / ‚Weißt du was, / ich seh Amerika, / und jetzt kommt Frankreich / und dann Afrika, / und der Atlantik / und der Nordpol – da!‘“ Alles, was das Gedicht aufruft, ist sofortiger Besitz der es schauenden Phantasie, die eine unter Geschwistern geteilte ist. Das Gedicht und der auf es aufbauende Band zeigen jedoch, wie die gemeinsam gehabte Welt zerbricht. Das Bett, unter das die jüngere Schwester ein Pferd gezeichnet hatte, wird durch ein Schlafsofa ersetzt, das den Blick auf die magische Skizze verdeckt. Das „deutsche Klavier“, das einst ins Haus gekommen war, um so etwas wie höhere Kultur zu bringen, muss weichen, als die Familie größer wird, es muss zu Geld, zu Babybrei gemacht werden. Der Hof des Großvaters, um den sich niemand mehr kümmert, wurde vom Löwenzahn erobert. Der Tod des Vaters prägt die Stimmung dieses Bandes. Es ist der frischeste Verlust und der bislang tiefste. Schwertlilien sollen auf sein Grab gepflanzt werden, aber das ist ein schwacher Trost, wenn dieses Grab mehrere tausend Kilometer entfernt liegt. Eines der Gedichte, die dem Sterben des Vaters gelten, „Die blaue Plane“, bringt für die Übersetzung eine nicht zu lösende Schwierigkeit mit sich. Sie bezieht sich auf den im Deutschen nicht reproduzierbaren Gleichklang zweier sinnverschiedener georgischer Wörter: der Wörter für „Kanüle“ und „Libelle“. In der Interlinearübersetzung von Nana Tchigladze liest sich die Stelle so: „du hast dich von der Kanüle befreit, / um sich in eine Libelle zu verwandeln“. Das schien mir zuerst nicht problematisch und so hatte ich in meiner ersten Fassung: „Du zogst dir selber die Kanüle raus / und hast dich in eine Libelle verwandelt“. Bis mich die Autorin darauf hinwies, dass die Libelle (obschon die Worte auch im Deutschen anklingen) mit dem Verlust der Homophonie gleichsam auch ihre Daseinsberechtigung im Gedicht verlor. Nun war aber die Kanüle gesetzt, da die Situation am Sterbebett des Vaters  das Gedicht auf Genauigkeit verpflichtet. Es musste also eine Lösung her, die diese Bedeutung wahrt, womöglich durch ein Synonym, und dazu eine möglichst klanggleiche kreatürliche Entsprechung findet: ein irgendwie leichtes, fliegendes Etwas, in das sich die abschiednehmende Seele verwandeln könnte. Ganz wollte dies nicht glücken, ein bisschen nur: „Du zogst dir selber die Nadel raus / und hast dich in eine Amsel verwandelt“, diese Version steht nun, mit dem Segen der Autorin, im Gedicht. Doch zeigt diese Schwierigkeit auch, wie einander fremd die Lautsysteme zweier so ganz unterschiedlicher Sprachen sind, und welches Glück es bedeuten muss, wenn sie einander berühren. Für mich als Nachdichter aber heißt das: ich muss das System des Wohllautes, die Welt der klanglichen Entsprechungen, in der eigenen Sprache (der, in die ich übersetze) neu erschaffen, kann mich nicht anlehnen an ein System, das ich gar nicht selbst erkennen kann. Ein großer Unterschied ist das gegenüber Übersetzungen der Typen 1 und 2! Denn im Englischen sehe ich mich aufgerufen, möglichst alles zu erkennen, was zur Formsprache eines Autors gehört; dem Dänischen kann ich auch als ein Fremdling noch absehen, ob es sich um ein Sonett handelt, und Dantes Terzinen nehmen noch den Schwerhörigsten an die Hand. Bindend ist: ein Gedicht ist in ein anderes zu übersetzen. Ein Gedicht muss klingen wie ein Gedicht, nicht wie eine Summe lexikalischer Einheiten, sonst ist es keines. Es gilt, „Silbe mit Silbe zu verschwistern, / Mit Wörtern zu spielen, bis sie knistern.“ Dazu benötige ich, bei einer Übersetzung aus Interlinearen, gegenüber dem Original eine größere Freiheit, die nicht mit Willkür verwechselt werden darf, und die umso verlockender ist, je mehr Bindung sie einfordert. So war es für mich bei der Arbeit an dem Band „Das Kettenkarussell“ eine besondere Freude, das Gedicht „Rote Chilischoten“ zu übersetzen, weil Bela Chekurishvili, wie sie mich wissen ließ, hier ein strenges Reimschema und Versmaß einhält.

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In der Interlinearversion von Lika Kevlishvili liest sich der Text wie folgt:

Rote Chilischoten

Wie die Trinkhörner,
voll mit dem funkelnden, wohlschmeckenden Rotwein,

wie die Hörner des feurigen Stiers aus dem Märchen,
liegen sie auf dem Tisch verstreut,
die Augen freuen sich
und die Hände fädeln sie ganz geschickt auf.

Die Küche, wie unser Herz
ist aufgeregt.

Die Girlanden spiegeln immer noch das Licht des Sommers.
Das Fest ist nicht mehr weit,
sagen wir und glauben,
dass sie uns die winterliche Kälte vergessen lassen.

Sie werden bald zu Feuer verwandelt,
gleich hier auf dem Herd

und uns verzaubern mit dem magischen Wort Adjika.
Wer lehnt es ab,
diese duftende Speise zu kosten?
Auch wenn der Winter streng bleibt,
er wird uns die Wärme und die Farben nicht wegnehmen können.

Ich werde weiterhin eifrig schreiben und
auf Social Media meinen Wunsch verbreiten:

Fliegt jemand bald aus Georgien hierher,
um das warme Licht dieser Hände mitzunehmen,
was ich gerade auf dem Foto anschaue,
den feurigen Tisch mit dem gesenkten Kopf meiner Mutter,
welche die Kälte mit Hilfe der Chilischoten in Griff bekommt.

Seit alten Zeiten gibt es bis heute nichts Anderes,
was uns so aufmuntern kann,

wie der Geschmack,
der uns seit unserer Kindheit begleitet,
mal süßlich, mal scharf,
das ist das, was wir Heimat nennen
und nicht ersetzbar ist,
das kennt jeder selber.

Adjika ist übrigens eine scharfe, pastöse, gekochte georgische Würzsauce und besteht aus roten Chilischoten und verschiedenen ortstypischen Kräutern und Gewürzen. Hier hatte ich nun eine Vorlage, wie ich sie für die Zwecke der Nachdichtung liebe. Ein durch und durch sinnliches Gedicht, bei dem ich schon in der Interlinearfassung spüre, dass ich hier zum Zuge kommen kann mit Rhythmus, Reim und Melodie, um, anders und doch ähnlich wie bei „Salome“, die Vorstellungen zum Tanzen zu bringen. Auch, dass ich Trinkhörner mit funkelndem Wein nicht lediglich für ein Ding aus den Märchen halten konnte (dazu hatte ich sie schon zu oft geleert), half mir dabei.

Rote Chilischoten

Wie Trinkhörner voll mit funkelndem Wein
Wie Hörner des Stiers aus dem Märchenlatein

Liegen sie ausgestreut über den Tisch
Und Augen sind da und freuen sich
Geschickte Hände fädeln sie auf
Die ganze Küche ist heute gut drauf

Und unser Herz ist so köstlich erregt
Von Sommerlicht, das die Girlanden bewegt

Das Fest kommt näher, es ist nicht mehr weit
Sie helfen uns über die Winterzeit
Damit uns die Kälte nichts anhaben kann,
So sagen wir, und wir glauben daran.

Bald werden sie Feuer, gleich hier auf dem Herd,
Wir haben das Zauberwort alle gehört:

Adjika – gibt es hier Frau oder Mann,
Der diesem Arom widerstehen kann?
Der Winter mag kommen, so streng wie er will,
Uns bleibt ihre Farbe, ihr warmes Gefühl.

Ich werde nicht müde, sie anzupreisen,
Sie munter ins weltweite Netz einzuspeisen:

Fliegt jemand bald aus Georgien hierher
Und brächte die Hände – ich freute mich sehr,
Die Hände her mit dem warmen Licht,
Wie auf dem Foto und hier im Gedicht,
Die Mutter am Tisch, mit gesenktem Kopf,
Die Kälte bekämpfend, mit Feuer im Topf.

Zu keiner Zeit wurde etwas geboten,
Das uns so erquickt wie die Chilischoten.

Wir kannten als Kinder schon ihren Geschmack,
Der süß oder scharf war wie Kautabak
Wir nennen es Heimat, ich teil es mir dir,
Es gibt einfach keinen Ersatz dafür.

Wenn die Küche gut drauf ist, ist die Dichtung es auch. Es ist gewiss ein glücklicher Zufall, dass ich mit diesem vorwiegend daktylischen Rhythmus demjenigen des Originals nahekommen konnte, wie Bela mir versichert. Wissen konnte ich es nicht, weil mein Ohr noch nicht in der Lage ist, dem Georgischen seine Metren abzulauschen. Auch beim Dichten muss man, wie überall, auf sein Glück vertrauen. Es gibt keinen Ersatz für die Heimat, sagt das Gedicht, die Heimat ist hier aber ein Geschmack. Es gibt, möchte ich ergänzen, keinen Ersatz für Gedichte, das ist eine Erkenntnis, wie ich sie jedesmal aus der Arbeit mit den Texten Bela Chekurishvilis mitnehmen kann. Das ist nicht emphatisch, sondern im Wortsinn zu verstehen. Und es führt uns an den Anfang zurück, an den Anfang dieses Journals, das ein Eichendorff-Zitat nach Tbilisi brachte, auf die Höhe des heiligen Berges Mtazminda. „Wer einen Dichter recht verstehen will, muß seine Heimat kennen. Auf ihre stillen Plätze ist der Grundton gebannt, der dann durch alle seine Bücher wie ein unaussprechliches Heimweh fortklingt.“ Es erscheint mir weder vermessen noch anachronistisch, diese Sätze auf die Lyrik Bela Chekurishvilis zu übertragen. Es hat mir in der Nachdichtung geholfen, das Land zu sehen, aus dem ihre Gedichte kommen (auch, wenn sie in Berlin verfasst sind), aber mehr noch sehe ich, wie es der Dichterin gelingt, mit ihren Gedichten die zeitlich und räumlich ferngerückte Herkunftswelt heranzuholen, so dass sie für andere sichtbar, in Versen schmeckbar wird. Sie verwendet dazu starke Hilfsmittel wie rote Chilischoten, aber wenn wir genau lesen, stellen wir fest, dass sie gar nicht da sind. Ausgestreut über den Tisch liegen nicht etwa die kleinen scharfen Dinger, mit denen die Mutter zu zaubern wusste. Ausgestreut über den Schreibtisch liegen Worte, kleine scharfe Dinger der anderen Art, mit denen die Dichterin zaubern kann, um sich zu holen, was sie verloren hat. Uns bringt sie es mit.

 

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Norbert Hummelt, geb. 1962 in Neuss, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Lyriker, Essayist und Übersetzer, u.a. von T.S. Eliot (Das öde Land, Vier Quartette). Zuletzt erschienen: Der Atlas der Erinnerung (Nimbus Verlag 2018), Sonnengesang. Gedichte (Luchterhand Literaturverlag 2020). Hölty-Preis für das lyrische Gesamtwerk 2018.

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