Journale Zwischen Log- und Tagebuch

Zwischen Log- und Tagebuch

Journal zur Übersetzung von Stunden aus Blei von Radka Denemarková

Wildes Rafting durch die Pandemie, mühsames Mäandern durch die von Tag zu Tag wachsenden Seitenmengen. Der Text ging wie Hefeteig auf, während der Lockdown jegliche Zerstreuung zur Seite fegte. Logbuch eines sechzehnmonatigen Segeltörns mit Geschwindigkeit von etwa 70 druckfertigen Normseiten im Monat. Meine bleierne Corona-Zeit.1

Mit der Übersetzung des 745 Seiten umfassenden Romans von Radka Denemarková Hodiny z olova2 alias Stunden aus Blei habe ich am 16. Februar 2020 angefangen. Da wurde bereits aus Wuhan über die ersten Opfer einer seltsamen Lungenkrankheit berichtet. Noch ein paar Tage vorher, am 25. Januar, hatte mir die Autorin aus Taiwan, wo sie gerade ein Arbeitsstipendium hatte, einen Gruß zum Chinesischen Neuen Jahr3 geschickt. Bald tauschten wir uns über die taiwanesischen und deutschen bzw. tschechischen Coronamaßnahmen aus. Als sie vorzeitig von Taiwan nach Hause flog, mit dem taiwanesischen Epidemien-Knowhow ausgestattet und medizinischen Masken4 für die tschechische Bevölkerung im Gepäck, zog ich aus meiner 13-köpfigen WG in Neukölln provisorisch in eine (durch das pandemiebedingte Flugverbot zwischen den USA und Europa leergewordene) kleine Wohnung in Berlin Mitte um, nur ein paar Schritte vom einstigen Mauerstreifen entfernt. Endlich Zeit für ungestörtes Arbeiten (soweit das Internet mitmachte), fürs Lesen der seit Jahren wie Stalagmiten emporwachsenden Büchertürme und für unzählige Spaziergänge. Während ich draußen den Berliner Mauerweg abschritt (und immer wieder neue Erinnerungstafeln5 an vereitelte Fluchtversuche entdeckte), ging ich drinnen am Schreibtisch einer Romanhandlung nach, in der tschechische Geschäftsleute in China ihr Glück und Wohlstand suchen und fröhlich auf die Errungenschaften der Samtenen Revolution (Demokratie! Meinungsfreiheit! zivile Gesellschaft!) pfeifen, um dem chinesischen Konsumluxus frönen zu können. Das fühlte sich etwas seltsam an (zudem ich 1983 selbst aus dem Osten in den Westen geflüchtet war und bis heute mein Glück nicht fassen kann, dass der Grenzübertritt in Nova Gorica an der slowenisch-italienischen Grenze so ein Kinderspiel war) und machte mir die meisten Romanfiguren nicht gerade sympathisch.

Worum geht es im Roman sonst? Um eine Schriftstellerin, die sich in das einstige Reich der Mitte verliebt und dort von ihren Landsleuten statt Konsum politische Verantwortung fordert. Um das heutige China, durch tschechische bzw. ost-europäische Augen gesehen. Um einen Vergleich von zwei Systemen, die sich gefährlich nahe kommen in ihrer Gier nach Luxus und schnellem Geld – und dabei ihre Wurzeln und Traditionen mit Füßen treten. Anstatt nach Einklang zu suchen, befinden sich die beiden Länder im ständigen Wettbewerb: Im 20. Jahrhundert im Namen des Sozialismus, jetzt im Namen eines neoliberalen Kapitalismus mit unmenschlichem Antlitz. Grenzenloses Wirtschaftswachstum, für das „nur“ mit Schweigen und Weggucken bezahlt werden muss.

Erst zum Schluss, beinah im Lektorat, hielt ich das Steuerrad in der Hand, bis dahin driftete ich mehr oder minder orientierungslos unter verdecktem, sternlosem Himmel im Ozean der Wörter herum.

Was für Klippen musste die Übersetzung umschiffen, um die tschechische Fracht im deutschen Hafen zu löschen6? Zunächst mal musste der Text komplett durchdrungen werden. Es klingt wie eine Banalität, aber zu meiner eigenen Überraschung – da ich noch nie ein so voluminöses Buch übersetzt habe – stellte sich dies als das größte Problem heraus. Offensichtlich benötigten meine grauen Zellen mehrere Arbeitsdurchgänge, bis ich imstande war, aus den Wortfluten unmarkierte Zitate, Anspielungen oder Zitat-Echos herauszufischen und Wortwiederholungen zu orten. Erst zum Schluss, beinah im Lektorat, hielt ich (um bei dem ursprünglichen Bild zu bleiben) das Steuerrad in der Hand, bis dahin driftete ich mehr oder minder orientierungslos unter verdecktem, sternlosem Himmel im Ozean der Wörter herum. Also: Klippe 1: Textverständnis. Denn Stunden aus Blei ist ein polyphones Werk. Der Part der Schriftstellerin besteht aus vielen Stimmen, die in ihrem Kopf nachhallen: ihre eigene Stimme und die von den Menschen, denen sie bei ihren Reisen oder in ihrer Lektüre begegnet. Da sie ihrerseits aber nur ein Hirngespinst eines tausendjährigen Katers namens Pommerantsch ist, mischen sich auch noch andere, nicht eindeutig zu bestimmende Ansichten und Gemaunze in den Text hinein. Außerdem lässt sich die Schriftstellerin von verschiedenen Launen treiben – mal ist sie ironisch, mal aggressiv oder belehrend, mal provoziert sie oder befindet sich am Rande der Depression. Das schwingt natürlich im Text mit, jedoch ohne eine sichtbare Abgrenzung in Form der Figurenrede. Noch dazu werden immer wieder fremde Texte zitiert. Ein (nicht nur stilistisches) Durcheinander.

Das erlaubt der Übersetzerin – gerade in einem Roman, der sich sprachlich an keine Regeln hält, bis auf die Regel, dass alles möglich ist – stellenweise Verstöße gegen die deutsche Idiomatik oder Satzordnung.

Auch der zwischen Essay, Kampfansage und Lyrik changierende Duktus des Romans ließ sich nicht leicht auf einen Nenner bringen: Klippe 2: Sprache. Konfuzius-Zitate, alte chinesische Poesie, heutiges Alltagstschechisch, Satzelipsen. Deftig und extravagant, einer inneren, nicht immer zu erschließenden Logik folgend. Die Sprache, so im Text im anderen Zusammenhang, sei dafür da7, dem menschlichen Geist neue Verbindungen aufzuzwingen; auf Seite 607 trägt der Kater Pommerantsch allerdings der Schriftstellerin auf, sie solle „eindrücklich und mit bestechender Klarheit schreiben“. Wie wirkte sich diese Widersprüchlichkeit auf die Übersetzung aus? Nach anfänglichem Stirnrunzeln positiv: Sie gab mir die Ermächtigung, selbst die Regeln zu bestimmen. Auch wenn das Tschechische im Vergleich zu dem stark auf Klarheit und Genauigkeit kaprizierten Deutsch kein Problem mit Wiederholungen, großen Registersprüngen, impressionistisch verschwommenen Schilderungen oder unzähligen Adjektivreihungen und losen Satzverbindungen hat, sind sich die beiden Sprachen durch ihr langes historisches Nebeneinander nicht ganz fremd. Das erlaubt der Übersetzerin – gerade in einem Roman, der sich sprachlich an keine Regeln hält, bis auf die Regel, dass alles möglich ist – stellenweise Verstöße gegen die deutsche Idiomatik oder Satzordnung. Und da es zu einer der Besonderheiten des Romans gehört, dass manche Ereignisse oder Bilder anfangs nur genannt und erst später im Text aufgelöst werden, ließ es sich gut auch gegen die Thema-Rhema-Gliederung sündigen.

Die innere Geschichte von Stunden aus Blei ist vergleichsweise einfach: Eine Frau kommt nach China und mischt sich in Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen. Die äußere Geschichte ist viel komplexer und besteht aus einem Vergleich von China und Europa (bzw. Ländern des östlichen Europas am Beispiel Tschechiens) unter Berücksichtigung des Besten und des Schlechtesten, das beide Länder zu bieten haben. Dies geschieht anhand von Beschreibungen von Träumen und realen Geschehnissen wie auch mithilfe von Zitaten aus wissenschaftlichen Abhandlungen oder aus Werken zweier Philosophen: Konfuzius und Václav Havel. Klippe 3: Zitate. Beide Herren habe ich für die Übersetzung eigens ins Deutsche übertragen, jedoch mit unterschiedlicher Strategie: Zitate aus Havel habe ich für Stunden aus Blei quasi aus dem Stegreif übersetzt.8 Mit Konfuzius war die Sache um Einiges komplizierter.9 Zitate aus der tschechischen Konfuzius-Übersetzung von Ondřej Král von 2008 klangen saftig und phantasievoll, außerdem durch die stellenweise verwendete Du-Form auch angenehm provozierend (sodass ich zunächst glaubte, die Übersetzung sei älter und habe bereits während des Sozialismus im Underground zirkuliert). Die deutschen Übertragungen von Konfuzius (zum Teil viel älter als die tschechische Übersetzung) waren nun ganz anders: sehr genau, strikt bis pedantisch, unpersönlich. Ein alter weiser Mann mit erhobenem Zeigefinger, während der tschechische Konfuzius mit einem Becher Wein in der Hand zu einer gemütlichen Plauderei einzuladen schien. Außerdem konnte ich häufig anhand der tschechischen Passagen die deutschen Entsprechungen nicht finden – und verstand ohne Gesamtkontext den Inhalt der zitierten Stellen nicht. Am Ende versammelte ich in einer Datei Zitate aus allen deutschen Übersetzungen, die mir zugänglich waren, und „übersetzte“ entsprechend dem tschechischen Ausgangstext und unter Einbeziehung der für Stunden aus Blei relevanten konfuzianischen Schlüsselwörter selbst. Da zeigte sich das Übersetzen von seiner mühsamen Seite.

Das Konfuzius-Riff

Die in der Nähe liegende, jedoch ganz anders beschaffene Klippe 4 trug den Namen Paraphrasen, und zwar Paraphrasen der alten chinesischen Poesie Gesänge aus dem Alten China (erste Veröffentlichung 1925) [9] aus der Feder des tschechischen Slawisten, Übersetzers (vorwiegend aus dem Russischen, Deutschen und Französischen) und Dichters Bohumil Mathesius (1888-1952).10

Da Mathesius' Übertragungen von Anfang an die Herzen seiner tschechischen Leser und Leserinnen im Sturm eroberten, gab es immer wieder neue Fortsetzungen, die letzte (zu seinen Lebzeiten) 1948. Mathesius, der kein Chinesisch sprach, jedoch begeistert war von China – das er für den Antipoden des in seinen Augen dem Untergang geweihten Europas hielt, stellte seine Übertragungen anhand von interlinearen Übersetzungen oder fremdländischen Nachdichtungen (Klabund, Andreo Zottoli) her, später arbeitete er mit dem Sinologen Jaroslav Průšek zusammen. Seine Gedichte (und deren Vorhandensein in Stunden aus Blei) haben allerdings weniger mit China zu tun, als mit Tschechien selbst. Ähnlich wie die romanhaften Reisenotizen des tschechischen Japanologen Joe Hloucha Sakura ve vichřici / Sakura [japanische Kirschblüte] im Sturm (1905) bis heute das tschechische Bild Japans prägen (undurchlässiges Kastensystem, unglückliche Beziehungen, Harakiri als Problemlösung), fußt die emotionale China-Vorstellung des gebildeten tschechischen Publikums immer noch auf Mathesius' Gesängen. Dabei entsprechen diese weder bildlich (deutliche Bezüge auf mitteleuropäische Landschaften und Begebenheiten) noch verstechnisch (gereimt) dem Original. Aber womöglich tragen sie dazu bei, dass anhand solcher Paraphrasen in Tschechien China weniger bedrohlich wahrgenommen wird als in Deutschland, das als eine ehemalige Kolonialmacht über ganz andere China-Bilder verfügt. Für mich stellte sich nun die Frage der adäquaten Vorgehensweise: Sollte ich mich bei dem deutschen Dichter Klabund bedienen – sollte auch ich munter paraphrasieren – oder so tun, als würde mir originäre tschechische Dichtung (zu der die Gesänge inzwischen vermutlich mutiert sind) vorliegen?11

Klippe 5 (eher eine nervige Sandbank, wo ich immer wieder hängen blieb und warten musste, bis die Flut, Recherchen und etwas Wind mich endlich wieder auf die offene See trieben): chinesische und tschechische Realien. Die Darstellung Chinas bleibt im Roman nicht nur auf Paraphrasen von Konfuzius oder Mathesius reduziert: Sie setzt natürlich mit der chinesischen Schrift (bis in die Kapitelüberschriften hinein) und den alten kosmologischen Vorstellungen an, die bis in die heutige Zeit wirken; im Mittelpunkt steht die moderne, auf Sozialismus (bzw. auf Maos Vorstellung vom Sozialismus) fußende Gesellschaft. Die Darstellung des alten und heutigen Chinas – für Experten sicherlich zu einfach, für Laien wie mich mehr als aufregend – ließ sich zum Teil bequem entweder mithilfe von Wikipedia, Google12 oder gar Userfotos auf Googlemaps13 klären, einiges musste jedoch mit der Autorin (Erläuterungen der Romanfiguren zu chinesischer Schrift, Philosophie und Literatur wie auch zu alter und neuer Geschichte) erörtert und die Übersetzung auf sinologische Expertise gestützt werden. Insgesamt wandelt die Beschreibung von China auf einem schmalen Pfad zwischen Mystifizierung und schonungsloser Darstellung: Einerseits ist das Land für die Heldin eine Liebe auf den ersten Blick, andererseits wundert sie sich immer wieder über die Paradoxe des Alltagslebens – mangelnde Privatsphäre, Umgang mit Familienmitgliedern, Fixierung auf die Partei unter gleichzeitiger Orientierung auf den Westen (Immobilienerwerb und Studium) – und ist über die Konsequenzen von politischen Meinungsäußerungen erschrocken (Gefängnisse, Arbeitslager, Hinrichtungen, Organhandel).

Abgesehen von allen historischen Vergleichen und Darstellungen ist und bleibt Stunden aus Blei jedoch ein Roman über die Macht des geschriebenen Wortes und über die Rolle der Intellektuellen in beiden Ländern.

Aber auch wenn auf den ersten Blick die Reise nach China geht, ist der Roman gleichzeitig auch eine Reise nach Tschechien: Die tschechische Geschichte spielt in Stunden aus Blei ebenfalls eine Rolle, insbesondere die nach dem Zweiten Weltkrieg (Sozialismus der 50er Jahre mit den Stalinistischen Prozessen, Prager Frühling von 1968, Charta 77, Samtene Revolution von 1989). Die zum Zeitpunkt der Niederschrift des Romans unerfreuliche Repräsentation des Landes findet eine dankbare Abbildung im außenpolitisch auf Russland und China fixierten (und dem Alkohol zugewandten) Präsidenten Miloš Zeman, der böhmische Löwe im Staatswappen14 wurde durch den beliebtesten Exportartikel Tschechiens, den kleinen Maulwurf ersetzt15 (wobei hier gleich die zweite Bedeutung des Wortes mitschwingt: der Maulwurf als Informant), und auch andere Phänomene der zeitgenössischen tschechischen (Un)Kultur kommen zu Wort: die Beziehung zu Fremden, die Kneipen- und Stammtischkultur, die Ignoranz dem jüdischen Erbe gegenüber und die starke Verflechtung mit den Denunzianten und Spitzeln der alten Staatssicherheit.

Abgesehen von allen historischen Vergleichen und Darstellungen ist und bleibt Stunden aus Blei jedoch ein Roman über die Macht des geschriebenen Wortes und über die Rolle der Intellektuellen in beiden Ländern. Da diese sich trotz aller guten Absichten nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten, durchzieht das Versagen der intellektuellen Eliten thematisch das gesamte Buch.

Klippe 6: deftiges Tschechisch
Auffällig im Roman war die zum Teil sehr derbe, deftige Sprache einiger Romanfiguren, allen voran der Großmutter der jungen Olivie. Sie sprach so unflätig, dass ich mir schon beim Lesen am liebsten Wachs in die Ohren geträufelt hätte. Die deftige Ausdrucksweise war eindeutig mehr als mimetische Wiedergabe der Figurensprache – aber woher kam sie, warum wurde sie eingesetzt? Ich fand, hier sei die Autorin übers Ziel hinausgeschossen, und weigerte mich – in dieser Hinsicht eine wahre, auf die Reinheit der einst mitgenommenen Sprache bedachte Emigrantin – für diese Stellen ein deutsches Äquivalent zu suchen. So spricht doch keiner, meuterte ich. Bis ich selbst im Gespräch mit einer tschechischen Freundin hörte, welche deftigen Ausdrücke auch ich so nebenbei, in einem entspannten Gespräch, fallen lassen kann. Es war also mehr als eine expressive Sprachmarotte, sondern eine absichtliche Überzeichnung einer Frau, die sich eines derben mündlichen Tschechisch bedient. Diese Art zu sprechen ist im Tschechischen seit der kommunistischen Machtübernahme von 1948 ohnehin weit verbreitet: So konnte der Sprecher demonstrieren, dass er aus dem Volk bzw. aus der Arbeiterklasse stammte und kein Vertreter der Bourgeoisie war. Und sie hat sich bis über 1989 hinaus retten können, ähnlich wie die betont „lässigen“ Tischmanieren.  

Wie sollte aber die deutsche Stimme der Großmutter klingen? Beim ersten Versuch kam sie wie ein Junkie rüber. Festhalten am Originalduktus würde bei der deutschen Leserschaft für Irritationen sorgen, und das wäre schade, denn es ging um mehr, als um eine bloße sprachliche Karikatur. Radka Denemarková setzte sich hier mit der vielleicht bekanntesten Figur der tschechischen Literatur auseinander: der Großmutter von Božena Němcová.16 Eine gütige Greisin, eine alte weise Frau vom Land, Inbegriff der Volkstümlichkeit, schon immer Schullektüre – und nicht immer nur geliebt, dafür gerne travestiert17: In Stunden aus Blei gehört die Großmutter zu den unangenehmsten Figuren, nicht nur sprachlich sondern auch charakterlich, sodass sich Olivie, eine der Romanfiguren, beim Anblick ihrer eigenen Großmutter fragt, welche Großmutter denn die Němcová gemeint haben kann. Auf Deutsch klingt sie nun etwas zurückhaltender: sie teilt gerne sprachlich aus, liebt Seitenhiebe und Unterstellungen. Und für mich bleibt das Thema der Deftigkeit meiner Muttersprache weiterhin offen: Auch die Übersetzerin hat etwas dazu gelernt!

Mit dieser Erkenntnis schließt nun das Journal. Das fertige Buch liegt auf dem Tisch und auch wenn mich einige Fragen, auf die ich während der beinahe zwei Jahre gestoßen bin, weiterhin beschäftigen, ist die Übersetzung von Stunden aus Blei nun abgeschlossen, die Fracht liegt handlich zwischen den roten (Container)Deckeln – und die Seglerin sinniert über neue Abenteuer. In dem Sinne: Schiff ahoj – Auf zu neuen Ufern!

Die gefährliche Fahrt zwischen Europa und China ©privat

Fußnoten
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Leseprobe PDF

©Anja Kapunkt

Eva Profousová, geboren 1963 in Prag, lebt seit 1983 in Deutschland und übersetzt zeitgenössische tschechische Literatur ins Deutsche (u.a. Jáchym Topol, Radka Denemarková und Jaroslav Rudiš). Sie setzt sich für Sichtbarmachung der Literaturübersetzer (Gründungsmitglied und 2. Vorsitzende der Weltlesebühne e.V. www.weltlesebuehne.de) und für Vermittlung der Kultur des östlichen Europas ein ((p)ostkarte(ll) www.postkartell.org); veranstaltet Lesungen, bespricht Neuerscheinungen, liest und moderiert. Eine der fünf Kuratorinnen der vorläufig 1. translationale berlin.

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