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#Gender
Journale

Sahnige cremige notwendige herrliche Lügen.

Ulrike Draesner

Mary MacLane veröffentlicht 1917 I, Mary MacLane: ein Tagebuch über ihr skandalöses Bohèmeleben, über ihren weiblichen Körper, Gender, Sex. Über hundert Jahre später wird die Übersetzerin und Autorin Ulrike Draesner zum Maryschatten und gibt Mary eine deutsche Stimme. Gedanken um die Anähnlichung des Geistes, das Übersetzen als Mondarbeit, die Schönheit von Neologismen und das Mitternachtskartoffelgefühl.

TALKS

Wer spricht, spricht, spricht?

Lena Müller

»Wenn ich es bedenke, stieß ich von Beginn an in meiner Arbeit als Übersetzerin auf sprachliche und politische Fragen - oder anders gesagt: Es wurde deutlich, dass übersetzerische und politische Fragen immer zusammen und ineinander verwoben auftreten. Es gab es ihn nie, den rein-literarischen Moment. Literarisches Übersetzen zeigte sich von Anfang an als eine Arbeit, die zwar die stille und geduldige Hinwendung zum Text erforderte, aber selbst schon auf dem Papier und im Kopf nicht nur literarisch herausfordernd war.«

TALKS

Das Messer und die Wunde.

Isabel Fargo Cole

»Übersetze ich als Frau den Autor als Mann? Inzwischen nehme ich beim Denken darüber eine Haltung ein, von der ich kaum noch sagen kann, ob sie die Meine ist, so sehr ist sie von einer Überfülle an öffentlichen Haltungen bestimmt. Vielleicht ahme ich eine mir vorgeführte Haltung nach. Vielleicht nehme ich vielmehr reflexiv die Entgegengesetzte ein, aus Trotz oder – positiver ausgedrückt – dem Drang zum Ausgleich.«

TALKS

The Knife and the Wound.

Isabel Fargo Cole

»Do I translate as a woman? Do I translate the author as a man? At this point in the current debate, these questions make me adopt an attitude that I’m not quite sure is really mine – it’s so heavily shaped by the discourse. Maybe I’m imitating one of the attitudes on display. Or maybe I’m automatically assuming the opposite attitude, out of orneryness or (a nicer way of putting it) a compensatory instinct.«

TALKS

Übersetzen und übersetzen lassen – ein politischer Akt

Julie Tirard

»Die eigentliche Frage, die ich mir als Mensch stellen will – und mithin als Autorin und Übersetzerin, denn meine Arbeit besteht darin, die Welt (meine eigene Welt und die anderer) in meinen Worten zu erzählen – diese Frage lautet: Wie kann ich eine gute Verbündete sein?«

TALKS

Traduire et faire traduire, un acte politique

Julie Tirard

»La vraie question que je souhaite me poser en tant qu’être humain, et donc en tant qu’autrice et traductrice, puisque mon métier consiste à dire le monde – le mien et celui d’une autre personne – avec mes mots, c’est : comment puis-je être une bonne alliée ?«

TALKS

Als Mann Carolin Emcke übersetzen

Camille Luscher & Alexandre Pateau

– Aber trotzdem findest du, dass das möglichst von jemand anderem hätte übersetzt werden sollen?
– Naja, ich denke, es wäre gut, wenn es mehrere Übersetzungen gäbe.

TALKS

Traduire Carolin Emcke en tant qu'homme

Camille Luscher & Alexandre Pateau

– Mais tu continues à penser que ça aurait dû être traduit par quelqu'un d’autre ?
– Je pense que ce serait bien qu'il y ait plusieurs traductions.